Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen

Da die Risikolebensversicherung von dem Versicherer nur im Fall des Todes des Versicherten ausbezahlt werden muss, hat der Versicherer natürlich ein ernsthaftes Interesse daran, dass der eben angesprochene Todesfall nicht eintritt. Alle offensichtlichen Risikofaktoren, die zu einem früheren Ableben des Versicherten führen könnten, sind den Versicherern somit ein Dorn im Auge. Denn mit den Vorerkrankungen und ungesunden Lebensgewohnheiten steigt für die Versicherungen auch das Risiko, dass sie am Ende zur Kasse gebeten werden. Wenn es wiederum zu zu vielen Versicherungsfällen kommt, dann könnten die Versicherer gleich dicht machen. Denn ihr Geschäftsmodell beruht auf der Annahme, dass nur ein geringer Anteil der Versicherten seine Versicherung auch wirklich in Anspruch nehmen wird.

Somit sind Gesundheitsfragen, die im Vorfeld von den Interessenten zu beantworten sind, oder eine Gesundheitsprüfung der potentiellen Versicherungsnehmer aus Sicht der Versicherungen überaus nützlich und sinnvoll. Daher müssen alle potentiell interessierten Verbraucher, die zum Beispiel Raucher sind oder an einer Reihe von Vorerkrankungen leiden, damit rechnen, dass sie einen schlechteren Stand bei dem Abschluss einer Risikolebensversicherung haben werden. Ob eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen überhaupt möglich ist oder ob es vielleicht sogar sinnvoll ist, wenn der zukünftige Versicherungsnehmer dieser Fragen beantwortet, möchten wir daher im weiteren Verlauf gerne aufzeigen.

Gibt es Risikolebensversicherungen ohne Gesundheitsfragen?

Seit 2010 ist es leider so, dass Risikolebensversicherungen ohne eine Gesundheitsprüfung nur noch schwer bis gar nicht auf dem deutschen Marke zu finden sind. Denn die Delta Lloyd war bis zu diesem Zeitpunkt der Hauptanbieter für Risikolebensversicherungen ohne Gesundheitsfragen. Seit dem 17. März 2010 ist es allerdings so, dass neue Risikolebensversicherungen ohne Gesundheitsfragen auch bei der Delta Lloyd nicht mehr aufgenommen werden können. Allerdings muss man an dieser Stelle auch ganz klar sagen, dass die Tarife ohne Gesundheitsfragen ohnehin nicht sonderlich attraktiv waren. Denn aus der Sicht der Versicherer ist es so, dass ein Versicherungsnehmer, der sich ohne die Beantwortung von Gesundheitsfragen oder einen Gesundheitscheck versichern lassen möchte, dies wahrscheinlich nur tut, weil er mit seinem baldigen Ablegen rechnet. Somit gehen die Versicherer in einem solchen Fall also von einem viel höheren Sterberisiko aus und bieten den Versicherten daher auch nur eine teurere Police mit einer möglicherweise eher geringen Versicherungssumme bzw. Auszahlungssumme für die Hinterbliebenen an. Solche Policen sind daher nicht sonderlich attraktiv für den Verbraucher.

Mit Gesundheitsfragen zur Risikolebensversicherung

Gerade wer jung und gesund ist, tut also gut daran, die Gesundheitsfragen der Versicherungen zu beantworten. Denn da die Versicherungen erst einmal pauschal von einem hohen Sterberisiko ausgehen, kann ein junger, gesunder Versicherungsnehmer diese Annahme durch die Beantwortung der Fragen somit wiederlegen, wovon er in Form von niedrigeren Versicherungsbeiträgen profitiert. Inzwischen wird übrigens ein vereinfachter Fragenkatalog von den Versicherungen eingesetzt, der nun nur noch aus einer Handvoll von Fragen anstatt 25 oder mehr Fragen besteht. Diese gilt es unbedingt wahrheitsgemäß zu beantworten, damit der Versicherungsschutz am Ende auch in einem möglichen Todesfall greift. Die meisten Risikolebensversicherer wollen ihren Kunden einen Verzicht auf irgendeine Art von Gesundheitscheck also nicht anbieten, haben ihre Liste der Fragen aber im Gegenzug verkürzt. Im Übrigen zielt die Gesundheitsprüfung nicht nur auf Vorerkrankungen ab, sondern auch Raucher und Extremsportler werden durch die Gesundheitsfragen von den Versicherern so eingestuft, dass sie am Ende mehr für ihre Police der Lebensversicherung bezahlen müssen.

Ein Eintrag in die Wagnisdatei

Personengruppen, die von einem höheren Sterberisiko betroffen sind, sollten außerdem wissen, dass für sie unter Umständen ein Eintrag in die Wagnisdatei erfolgen kann, wenn sie von einem Versicherer abgelehnt werden. Ob das Risiko für Leib und Leben nun vom eigenen Beruf ausgeht oder der potentielle Versicherungsnehmer einfach mit zu vielen Vorerkrankungen zu kämpfen hatte, die Versicherer haben die Möglichkeit dazu, besonders risikobehaftete Kunden nicht nur abzulehnen, sondern diese Informationen auch an das Hinweis- und Informationssystem (HIS) zu übermitteln, welches von der Deutschen Versicherungswirtschaft betrieben wird. Wenn die Versicherungssuchenden nun bei einem anderen Versicherer eine Risikolebensversicherung aufnehmen möchten, dann wird dieser zunächst prüfen, ob ein Eintrag im HIS, sprich eine sogenannte Wagnisdatei, vorliegt. Ist dem der Fall, so sinken die Chancen, dass die interessierten Verbraucher eine Risikolebensversicherung abschließen werden können, auch bei dem zweiten Versicherer.

Daher ist es sinnvoll, wenn der Kunde zunächst anonym eine Anfrage an den Versicherer stellt. Dabei werden die Gesundheitsfragen also wahrheitsgemäß ausgefüllt und dann anonym zur Vorabanfrage an verschiedene Versicherungen verschickt. So kann der Versicherungsnehmer prüfen, welcher Versicherer ihm überhaupt eine Risikolebensversicherung zu welchen Konditionen anbieten würde. Erst wenn ein positives Angebot zustande gekommen ist, welches der Versicherte annehmen möchte, übermittelt er seine persönlichen Daten und kann sich somit vor einem Eintrag im Hinweis- und Informationssystem und den damit verbundenen, schlechteren Versicherungschancen zumindest in Teilen schützen. Das anonyme Verfahren wird jedoch leider aktuell noch nicht von allen Versicherern akzeptiert, was die Sache also erschwert.

Fazit

Aktuell gibt es leider keine Angebote, bei denen auf eine Gesundheitsprüfung verzichtet wird. Eine reguläre Versicherung mit Gesundheitsfragen können Sie aber ohne Probleme in unserem Rechner oder Risikolebensversicherung Vergleich finden.

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